Einleitung

Impingement ist ein Begriff aus dem Angloamerikanischen Bereich und heißt so viel wie Einklemmung. Meist ist damit die Einklemmung zwischen Oberarmkopf und Schulterdach gemeint. Das Impingement-Syndrom ist ein Krankheitsbild, das Physiotherapeuten in der Praxis häufig begegnet. Denn etwa 10 bis 12 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind von Schulterschmerzen betroffen. Dabei leiden Männer und Frauen gleich häufig darunter (Sistermann 2003).
Bei der Therapie hat die Physiotherapie einen hohen Stellenwert. Stellt sich jedoch bei dem Patienten auch nach ausgiebiger konservativer Therapie keine Verbesserung ein, wird meist operiert. Von der Operation erhoffen sich die Patienten Erleichterung, doch diese bleibt nicht selten aus. So stellt sich die Frage: Wie effektiv ist die operative Behandlung gegenüber der konservativen Behandlung vom Impingement-Syndrom, vor allem in Bezug auf die Dauer der Rekonvaleszenz?

Anatomie – Pathophysiologie

Das Impingementsyndrom beschreibt laut Roche Lexikon (2003, S. 915) eine Schmerzsymptomatik, die in Folge einer Einklemmung oder Verdrängung von Gewebestrukturen durch andere Gewebe auftritt. Die verursachenden Gewebestrukturen können z.B. degenerativ veränderte Muskeln oder Bänder sein. Das Impingementsyndrom ist am Schultergelenk und am Sprunggelenk bekannt. Dieser Beitrag fokussiert sich auf das Impingementsyndrom des Schultergelenks.
Das Schultergelenk (Articulatio glenohumeralis) ist ein Gelenk mit einem besonders großen Handlungsradius und dient vor allem der Bewegungsfreiheit der Hände im Raum. Es ist ein Kugelgelenk – das beweglichste des Körpers. Schulterpfanne und Oberarmkopf bilden die Gelenkpartner (Heel, 2006, S. 167f). Nach oben ist das Gelenk durch das Schulterdach (Acromion), ein Teil des Schulterblatts (Scapula) begrenzt. Das Bewegungsausmaß beträgt in alle Richtungen ca. 90°, mit Ausnahme der Extension (Bewegung nach hinten) und Adduktion (Bewegung nach innen), bei denen der Bewegungsumfang sehr viel geringer ist (Heel, 2006, S. 173). Bewegt man den Arm über 90° wird die Bewegung in den Schultergürtel weitergeleitet. Das Gelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben. Wegen den enormen Bewegungsumfängen ist die Kapsel sehr groß und liegt locker dem Gelenk an, genauso wie die Bänder. Da das Bewegungsausmaß für eine straffe Kapsel-Band-Sicherung zu groß ist, ist die muskuläre Sicherung für das Schultergelenk entscheidend. Die Muskeln bilden sozusagen eine muskuläre Kapsel für das Schultergelenk. Um die Muskeln gegen die Knochen abzupolstern, befinden sich fünf Schleimbeutel am Schultergelenk (Schwegler, 2006, S. 130 ff.). Sie gewährleisten eine gute Gleitfähigkeit.

Wo wird es eng? Genaue Klassifikation des Impingementsyndroms

Das Impingement-Syndrom kann nach der Ursache in zwei Kategorien eingeordnet werden. Zum einen in das Outlet-Impingement, bei dem der Bereich zwischen Schulterdach und Oberarmkopf mechanisch eingeengt ist (z.B. durch ein knöchern verändertes Schulterdach). Zum anderen in das Non-Outlet-Impingement, dass durch die Zunahme des Volumens verursacht wird (z.B. Schleimbeutelantzündung oder Schwellung der Supraspinatussehne) (Echtermeyer et al. 2005, S. 137f). Die Klassifikation des Impingement-Syndroms ist maßgeblich für die Therapie.

Therapie

Laut Echtermeyer et al. (2005, S 143ff) steht die konservative Therapie im Vordergrund. Die ärztliche Behandlung besteht dabei vor allem in subakromialen Corticoid-Injektionen. Von größerer Bedeutung bei der konservativen Behandlung ist aber die Physiotherapie. Es kommen physikalische Maßnahmen, wie Eis- oder Wärmeanwendungen, zum Einsatz. Den passiven Maßnahmen, wie die Manuelle Therapie, folgen aktive Bewegungsübungen und schließlich gezielte Kräftigungsübungen. Wenn die konservative Therapie nicht anschlägt, ist die operative Behandlung indiziert. Die häufigste Operationstechnik des Outlet-Im- pingements ist die sogenannte „arthroskopische subakromiale Dekompression“. Dabei wird die knöcherne Enge zwischen Schulterdach und Oberarmkopf durch die Wegnahme von Knochen beseitigt. Liegt dem Impingement-Syndrom keine knöcherne Einengung zu Grunde, ist diese Operation nicht zielführend.

Echtermeyer, V./ Bartsch, S./ Sangmeister, M.-G./ Lill, H. (2005): Subakromiale Syndrome.
Impingement-Syndrom. In: Echtermeyer, V./ Bartsch, S. (Hrsg.), Praxisbuch Schulter.
Verletzungen und Erkrankungen systematisch diagnostizieren, therapieren, begutachten, S. 136-144. Stuttgart, New York: Thieme.

Heel, C. (2006): Arm: Koordinationseinheit Schulter. In: Hüter-Becker, A. (Hsg.), Das Neue
Denkmodell in der Physiotherapie. Band1: Bewegungssystem, S. 167-177. Stuttgart, New York: Thieme.

Roche Lexikon Medizin (2003): Impingementsyndrom. S.915. München, Jena: Urban&Fischer

Schwegler, J. (2006): Der Mensch-Anatomie und Physiologie. Schritt für Schritt Zusammenhänge verstehen. Stuttgart, New York: Thieme.

Sistermann, R. (2003): Das Impingement–subakromiale Impingementsyndrom der Schulter. Online: http://www.schulter.info/Info/schultererkrankungen/impingement.htm [Stand: 28.01.12]

  • Heilpraktische Leistungen Physiotherapie
    Heilpraktische Leistungen in der Physiotherapie
    Heilpraktische Leistungen in der Physiotherapie Patienten in unserem Zentrum für Physiotherapie in Berlin-Mitte können neben der ärztlich verordneten Krankengymnastik (auf Rezept) auch ergänzende heilpraktische Leistungen erhalten. Die heilpraktischen Leistungen werden von unseren Physiotherapeuten mit Qualifizierung und staatlicher Prüfung zum Heilpraktiker erbracht. Sie haben ihr heilpraktisches […]
  • MusicPhysioCongress2018
    Musikergesundheit: Physiotherapie für Musikerinnen und Musiker
    Physiotherapie für Musikerinnen und Musiker Wer regelmäßig musiziert, kann neben Bach, Mozart oder Ligeti auch ein Lied von Überlastungsschmerzen spielen. Als Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten begegnen uns in der Praxis regelmäßig Musikerinnen und Musiker mit Beschwerden, die auf eine einseitige Belastung zurückzuführen sind. Besonderes Interesse im […]
  • Personal Training Berlin-Mitte
    Graham Dean: Neuer Personal Trainer
    Neuer Personal Trainer bei SIX-ONE Physio Concept Seit dem 1. Oktober 2018 begleitet, berät und motiviert Sie ein weiterer Personal Trainer in unserem Physiotherapiezentrum in Berlin-Mitte: Graham Dean ist Sportwissenschaftler und hat sein Diplom als Trainer für Leistungssport in Südafrika erworben. Er arbeitet schon seit vielen […]
  • Umgeknickt - Was wir in der Physiotherapie tun können
    Ich bin umgeknickt – was tun?
    Umgeknickt – was tun? Es ist wahrscheinlich schon vielen von uns passiert: Der Fuß knickt um. Das ist schmerzhaft, denn hierbei wird der sogenannte Kapsel-Band-Apparat des Sprunggelenks verletzt. Das Umknicken ist mit 25 % eine der häufigsten Verletzungen am muskuloskeletalen System. 50 % dieser Verletzungen […]
  • physiotherapeutische Befundaufnahme
    Radfahren mit Bikefieber
    Sie lieben Fahrradfahren? Wir auch – darum haben wir mit BIKEFIEBER, der Fahrradmanufaktur in Berlin-Marienfelde, einen neuen Kooperationspartner. Uns verbindet der Anspruch an ein optimales Fahrvergnügen – schmerzfrei und gelenkschonend auf zuverlässigen und leichten Fahrrädern. So gehört für das Bikefieberteam eine fahrradspezifische Diagnostik (optimaler Sitz […]
  • Langhanteln im Trainingszentrum Berlin
    Neue Trainingsimpulse durch Langhanteln
    Wir erweitern unser Trainingsangebot Unser Anspruch ist es, therapeutisches Wissen mit trainingswissenschaftlichen Grundprinzipien zu verknüpfen. So geben wir unseren Patienten nach dem Abschluss ihrer physiotherapeutischen Behandlung die Möglichkeit, sich in unserem Zentrum mit einem individuell ausgearbeiteten, gesundheitsorientierten Kraft- und Ausdauertraining fit zu halten. Neue Trainingsimpulse […]
  • Personal Trainer Christopher Frank
    Personal Training bei SIX ONE
    Zielgerichtet und effizient sportliche Ziele erreichen Ab 1. Februar 2018 steht Ihnen ein Personal Trainer bei SIX ONE Physio Concept zur Verfügung. Christopher Frank ist Sportwissenschaftler und leidenschaftlicher Sportler. Nach zwölf aktiven Jahren in der Deutschen Lacrosse Nationalmannschaft stellt er nun Wissen, Erfahrung und Motivation im […]
  • Sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie
    Physiotherapeuten mit Zusatzqualifikation zum „Sektoralen Heilpraktiker auf dem Gebiet der Physiotherapie“ können ohne ärztliche Verordnung behandeln Grundsätzlich begibt sich der Patient bei Beschwerden zum Arzt, der dann eine physiotherapeutische Therapie vorschlägt und ein entsprechendes Rezept für den Physiotherapeuten ausstellt. Seit 2009 können Physiotherapeuten allerdings eine Zusatzqualifikation zum „Sektoralen Heilpraktiker […]

Terminvereinbarung

030 - 20 61 98 99
10. April 2017

Was ist eigentlich das Impingement-Syndrom?

Einleitung Impingement ist ein Begriff aus dem Angloamerikanischen Bereich und heißt so viel wie Einklemmung. Meist ist damit die Einklemmung zwischen Oberarmkopf und Schulterdach gemeint. Das Impingement-Syndrom ist ein Krankheitsbild, das Physiotherapeuten in der Praxis häufig begegnet. Denn etwa 10 bis 12 Prozent der Bevölkerung […]